Rezepte - Dips & Marmelade - Holundergelee - weizenfrei & vegan

Holundergelee

Dieses Jahr habe ich das erste Mal etwas eingekocht. Und ich muss sagen, Einkochen und Einmachen hört sich komplizierter an, als es ist. Ausprobiert habe ich Holundergelee und Holundergrütze.

Schon als Kind ging es im Herbst immer Holunderbeeren pflücken. Eimerweise wurden die Beeren herangeschleppt. Meine Mutter stand danach den ganzen Tag in der Küche und hat fleißig eingekocht. Der Holundersaft wurde literweise hergestellt. Wenn alle Flaschen gefüllt waren, wurde auch noch etwas Holundermarmelade gekocht. Am Ende hatten wir einen Jahresvorrat an Saft und etliche Gläser Marmelade.

Vor allem der Holundersaft wurde bei uns im Winter fleißig getrunken. Wenn sich bei einem Familienmitglied eine Erkältung anbahnte wurde sofort eine Flasche Holundersaft geöffnet. Abends vor dem Schlafen gehen gab es dann eine Tasse warmen Holundersaft. In einem Topf erhitzt und mit einem winzigen Schuss Rum – für Kinder natürlich ohne 😉 – und warm getrunken schläft es sich danach richtig gut und am nächsten Tag ist man meistens wieder topfit.

Im Frühling hatten wir das Gefühl es gibt weit und breit nur Holundersträucher. Überall blühten diese riesigen weiß-gelben Blüten. Aber wir mussten uns gedulden bis die Früchte reif sind. Ein Wochenende Anfang September war es dann soweit und wir gingen Holunderbeeren pflücken. Das Bild der blühenden Sträucher vor Augen und in voller Erwartung kiloweise Holunderbeeren zu ernten zogen wir mit Eimern bewaffnet los. Beim Holunder angekommen mussten wir feststellen, dass uns jemand zuvor gekommen war. Die meisten Beeren wurden schon geerntet. Es hingen nur noch vereinzelt welche an den Sträuchern. So war am Ende unsere Ausbeute nicht ganz so riesig. Den Saft haben wir dann kurzer Hand von unserer Einkoch-Liste gestrichen und uns auf Holundergelee und Holundergrütze beschränkt.

Zu Hause haben wir die Beeren zunächst gewaschen und die unreifen oder vertrockneten Beeren sowie Blätter entfernt. Anschließend haben wir die Beeren von den Stielen gepuhlt. In einem großen Topf haben wir die Beeren dann mit etwas Wasser portionsweise aufgekocht. Das ganze haben wir dann so lange köcheln lassen, bis die Beeren weich und schrumpelig waren.Anschließend haben wir die Beeren mit einem Sieb vom Saft getrennt. Um auch den letzten Saft aus den Beeren zu quetschen haben wir die Beeren noch mit einer „Flotten Lotte“ passiert.

Ich weiß nicht, ob der Begriff „Flotte Lotte“ überall gebräuchlich ist. Für alle die mit diesem Begriff nichts anfangen können: Es handelt sich hierbei um ein Passiergerät. Gekochtes Obst oder in meinem Fall gekochte Beeren werden mit Hilfe eines Passiergerätes durch ein Sieb gepresst und so von den Kernen und der Schale befreit.

Den Holundersaft haben wir dann abgemessen und Agar Agar untergerührt. Bei dem von uns verwendeten Agar Agar kommt auf 500 ml Flüssigkeit ein gestrichener Teelöffel Agar Agar. Das Geliermittel mit der Flüssigkeit aufkochen und mindestens 2 Minuten köcheln lassen. Ohne das erwärmen kann dieses rein pflanzliche Geliermittel seine Wirkung nicht entfalten. Der Geliereffekt macht sich aber erst nach dem erkalten bemerkbar.

Wir haben dann noch pro 500 ml Flüssigkeit etwa 300 g Vollrohrzucker hinzugegeben und solange weiter köcheln lassen bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Marmelade wird mit dieser Zuckermenge allerdings nicht sehr süß. Wer es süßer mag, sollte deutlich mehr Zucker verwenden. Aber uns schmeckt die Marmelade so am besten und besonders zu selbstgebackenem Toastbrot oder frischen Brötchen ist es einfach ein Gedicht.

Zutaten:

  • 500 ml frischer Holundersaft
  • 1 TL Agar Agar
  • 300 g Vollrohrzucker

Zubereitung:

Die Holunderbeeren gründlich waschen. Unreife oder verschrumpelte Beeren entfernen und die reifen Beeren von den Stielen entfernen und in einem Topf geben.

Die Beeren mit etwas Wasser aufkochen und solange köcheln lassen, bis die Beeren weich und schrumpelig sind. Den Saft durch ein Sieb in einen anderen Topf gießen. Die rausgesiebten Beeren mit einer Flotten Lotte passieren, um den letzten Saft raus zu quetschen.

Den Saft mit dem Agar Agar aufkochen und den Zucker hinzugeben. Das Ganze dann so lange köcheln lassen, bis sich der Zucker augelöst hat.

Den Gelee in saubere und ausgekochte Gläser füllen. Dabei darauf achten, die Gläser nicht zu voll zu machen. Es müssen ca. 1 – 2 cm Platz nach oben sein. Die Gläser sofort verschließen, auf den Kopf stellen und abkühlen lassen.

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